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Segway Personal Transporter
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Der Segway Personal Transporter (Segway PT, frĂŒher HT fĂŒr Human Transporter, meist kurz Segway) ist ein elektrisch angetriebenes Einpersonen-Fahrzeug mit nur zwei auf derselben (geometrischen) Achse liegenden RĂ€dern, zwischen denen die beförderte Person steht und das sich durch eine elektronische Antriebsregelung selbst in Balance hĂ€lt.cite-ref-1[1] Er wurde von Dezember 2001 bis Juli 2020 von Segway Inc. aus Bedford im US-Bundesstaat New Hampshire hergestellt.cite-ref-2[2] Ein Nachfolgemodell ist nicht geplant.cite-ref-3[3]
Contents
âą Technische Daten
âą Trivia
âą Literatur
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Aufbau und Funktionsweise
Der Fahrer steht zwischen zwei nebeneinander angeordneten RĂ€dern auf einer Plattform und kann sich an einer Lenkstange abstĂŒtzen. Segways verfĂŒgen generell ĂŒber Allradantrieb. Jedes Rad wird per Einzelradantrieb von einem separaten Elektromotor angetrieben. Unterschiedliche Drehzahlen der RĂ€der ermöglichen eine Kurvenfahrt wie bei Kettenfahrzeugen.
Das Fahrzeug ist selbstbalancierend. Ein elektronischer Regelkreis lĂ€sst den Segway automatisch in die Richtung fahren, in die sich der Fahrer lehnt. Sobald die Neigungssensoren (Halbleiter-Gyroskope) registrieren, dass sich der Fahrer nach vorne oder hinten neigt, drehen die RĂ€der in diese Richtung. Die Fortbewegung wird ausschlieĂlich durch solche Gewichtsverlagerungen gesteuert, es gibt keine Bedienelemente zum Bremsen oder Beschleunigen. Diese Funktionsweise entspricht dem aufrechten Gang, bei dem sich der Schwerpunkt des Körpers stets ĂŒber der AuflageflĂ€che der FĂŒĂe befindet. Der Segway ist deshalb intuitiv zu bedienen.
Ein Schwenken der Lenkstange (um eine in Höhe der Plattform liegende horizontal nach vorne laufende Achse) nach rechts oder links bewirkt die dementsprechende Kurvenfahrt oder Drehen am Stand. Sobald sich der Fahrer mit der Lenkstange zur Seite neigt, wird das von den Neigungssensoren wahrgenommen und das jeweilige Rad dreht sich langsamer und verursacht dadurch die Kurvenfahrt.
Technische Daten
| Geschwindigkeit | 0â20 km/h. Im Gegensatz zu anderen ZweirĂ€dern auch bei Langsamfahrt und im Stillstand stabil. Nie ĂŒber 20 km/h, auch nicht bergab: Zur Geschwindigkeitsbegrenzung fahren die RĂ€der vor den Fahrer, der dann von der Lenkstange zurĂŒckgedrĂŒckt wird (Speed Limiter). |
|---|---|
| Reichweite | bis 38 km (Modell i2) mit einer Ladung der Lithium-Ionen-Akkumulatoren (LiFePO 4 -Zellen), abhÀngig u. a. von Gewicht des Fahrers, Steigungen, Untergrund, Fahrweise, Temperatur, Reifendruck und Wind. Modelle mit breiten Niederdruckreifen: 19 km im GelÀnde (Modell x2); 22,5 km am Golfplatz (Modell x2 Golf) |
| Wendekreis | Fahrzeug kann âauf der Stelleâ gedreht werden, der Umkreis der FahrzeugauĂenkontur betrĂ€gt dabei circa 0,8 m (Modell i2) |
| LÀnge à Breite | Die StandflÀche ist 63 à 63 cm (Modell i2); 67 à 84 cm (Modell x2) |
| Reifen: Durchmesser Ă Breite | 48 (19") Ă ca. 8,8 cm (Modell i2) auf 35 cm Thermoplast-Felgen; 53 (21") Ă 17,7 cm (Modell x2) auf 25 cm Alu-Felgen; 53 Ă 20 cm (Modell x2) (schlauchlos, âstichfestâ) |
| Plattformhöhe / Bodenfreiheit | 21 / 7,6 cm (Modell i2); 24,13 / 11,43 cm (Modell x2) |
| Gewicht | 47,7 kg (Modell i2); 54,4 kg (Modell x2). |
| Zuladung | 45â118 kg, davon max. 4,5 kg auf der Lenkstange |
| Verbrauch | â 3 kWh auf 100 km â regeneratives System bei Bergabfahrt |
| COâ-Emission | 23 g/km fĂŒr die Stromerzeugung [ 4 ] Zum Vergleich: Auto 170 g/km (durchschnittlicher Verbrauch 7 l/100 km), [ 5 ] Motorroller â80 g/km |
| Ladedauer | 8â10 Stunden bei völlig leergefahrenen Akkus, integriertes LadegerĂ€t zum Aufladen an normalen Steckdosen (110â230 V) [ 6 ] |
| Redundanz | Alle sicherheitsrelevanten Elemente sind doppelt vorhanden (Akkus, Gyroskope, Motorwicklungen, Computer). Beim plötzlichen Ausfall eines Bauteiles kommt der Segway PT trotzdem stabil und sicher zum Stehen. |
| Nutzbremse | Beim Bremsen oder bei Bergabfahrt wird elektrische Energie rĂŒckgewonnen und in den Akkus gespeichert. |
Entwicklungsgeschichte
Der Segway PT ist eine Erfindung von Dean Kamen, der das Prinzip der dynamischen Stabilisierung ursprĂŒnglich fĂŒr den Elektrorollstuhl iBot (Codename: Fred) entwickelte. Der iBot ĂŒberwindet damit Treppen und kann seinen Benutzer auf Augenhöhe mit einem stehenden GesprĂ€chspartner anheben.
Die Ăbertragung der Balancierautomatik auf ein âAlltagsfahrzeug fĂŒr Jedermannâ folgte aus der Vision, damit verstopfte StĂ€dte vom Autoverkehr zu entlasten. Der Segway PT wurde dementsprechend als ernsthaftes Verkehrsmittel konzipiert und nicht als Mode- oder SpaĂfahrzeug.cite-ref-7[7] Der Name âSegwayâ leitet sich vom englischen Wort âsegueâ ab, ein Lehnwort aus dem Italienischen,cite-ref-8[8] das einen gleichmĂ€Ăigen Ăbergang von einem Zustand in den anderen bezeichnet.cite-ref-9[9]
Die Produktentwicklung (Codename: Ginger) und der Aufbau der Fertigung verschlangen ĂŒber 100 Millionen US-Dollar an Risikokapital und wurden von vielen GerĂŒchten begleitet, die durch die Prominenz des Erfinders und seiner Verhandlungspartner bei der Kapital-Akquisition angeheizt wurden (u. a. Amazon.com-Chef Jeff Bezos, Apple-Chef Steve Jobs, Venture-Capital-Legende John Doerr). Das GerĂ€t wurde zum ersten Mal am 3. Dezember 2001 in der Fernsehsendung âGood Morning Americaâ öffentlich vorgestellt. Steve Jobs prophezeite, dem Fahrzeug werde die Zukunft des Verkehrs in den StĂ€dten gehören, und John Doerr glaubte, Segway Inc. werde in kĂŒrzester Zeit MilliardenumsĂ€tze erreichen. Bis 2009 verfehlte der Absatz mit insgesamt gut 50.000 Fahrzeugen solche Erwartungen.cite-ref-10[10] Einer der GrĂŒnde fĂŒr die fehlende Verbreitung ist der Anschaffungspreis (in Deutschland ab ca. 8.000 Euro (Stand 2010)). Ein Ersatzakkumulator kostet 1400 Euro, die durchschnittliche Nutzungsdauer eines Akkus liegt bei drei Jahren.cite-ref-11[11]
Die Segways der ersten Generation (Modelle i167, p133, i170, i180 und XT) besitzen noch eine starre Lenkstange mit einem Drehgriff zum Lenken. Seit August 2006 werden nur noch Fahrzeuge der zweiten Generation produziert (Modelle i2 und x2), ausgestattet mit der Lean-Steer-Lenkung, einem drahtlosen Info-Key und einer elektronischen Wegfahrsperre.
In Kooperation mit dem Autohersteller General Motors entwickelte Segway Inc. ein zweisitziges, zweirÀdriges Stadtfahrzeug mit 50 km/h Höchstgeschwindigkeit und 50 km Reichweite. Am 7. April 2009 prÀsentierten die Firmen den ersten P.U.M.A.-Prototyp.cite-ref-12[12]
Segway Inc. wurde im Dezember 2009 von dem britischen Unternehmer Jimi Heselden ĂŒbernommen, der im September 2010 tödlich verunglĂŒckte. Er stĂŒrzte mit einem Segway-Prototyp ĂŒber eine Klippe in den Fluss Wharfe.cite-ref-spo20100927-13-0[13] 2015 wurde Segway Inc. mit Hilfe von Risikokapitalgebern nach Patentstreitigkeiten von dem chinesischen Konkurrenten Ninebot ĂŒbernommen.cite-ref-14[14]
Konkurrenten haben ebenfalls an selbstbalancierenden Fahrzeugen (z. B. Toyotas Wingletcite-ref-15[15] oder HUBO Labs Huboway) gearbeitet. Der Konzeptwagen Saturn Flextreme hat Stauraum fĂŒr zwei Segway-Roller.cite-ref-16[16]
Ninebot hat zum 15. Juli 2020 die Produktion eingestellt, behĂ€lt aber noch das Segway-Werk im US-Bundesstaat New Hampshire. Der Anteil war in der Produktion bis dahin auf 1,5 % des Umsatzes gesunken, stattdessen konzentriert man sich auf die E-Scooter und Quads als Elektrokleinstfahrzeuge.cite-ref-17[17] Die Funktion der Stehroller zum platzsparenden Personentransport ist auf die noch kleineren und gĂŒnstigeren elektrischen Tretroller ĂŒbergegangen, die seit 2018 massenhaft in E-Scooter-Verleihsystemen in den StĂ€dten weltweit eingesetzt werden.
Verkehrssicherheit
Mehrere Sicherheitsgutachten sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Sicherheitsrisiken und das Konfliktpotenzial mit anderen Verkehrsteilnehmern nicht gröĂer sind als bei anderen zugelassenen Kleinfahrzeugen. Seit der ProdukteinfĂŒhrung wurden nur vereinzelt Segway-UnfĂ€lle gemeldet. Die Bremsverzögerung ĂŒbertrifft mit mehr als 5 m/sÂČ die gesetzliche Vorgabe von 3,5 m/sÂČ. In dem 100-seitigen Abschlussbericht âSegway im öffentlichen Verkehrsraumâ,cite-ref-18[18] den die TU Kaiserslautern im Auftrag der Bundesanstalt fĂŒr StraĂenwesen (BASt) herausbrachte, schrieb Hartmut Topp 2006: âDas Unfallrisiko und die GefĂ€hrlichkeit von StĂŒrzen erscheinen beim Segway im Vergleich etwa zum Fahrrad geringer.â
Unfallrisiken bestehen, wenn ein Rad die Bodenhaftung verliert (z. B. bei Glatteis) oder mit Hindernissen kollidiert (tiefe Schlaglöcher, hohe Kantsteine oder WÀnde).
Die bislang einzigen Crashtests fĂŒhrte die Unfallforschung der Versicherer (UDV) durch. Diese Untersuchungcite-ref-19[19] zeigte, dass der Segway â zumindest mit der getesteten Geschwindigkeit von 15 km/h â eine Gefahr fĂŒr FuĂgĂ€nger darstellt. Dies ist nicht zuletzt auf die groĂe Gesamtmasse zurĂŒckzufĂŒhren. Deshalb kommt die UDV zu dem Schluss, in FuĂgĂ€ngerzonen oder auf Gehwegen mit dem Segway nur mit maximal 6 km/h zu fahren. Aber auch Segway-Fahrer selbst setzen sich bei Geschwindigkeiten um 15 km/h einer nicht zu unterschĂ€tzenden Gefahr sowohl bei einer Kollision mit einem FuĂgĂ€nger als auch bei einer Kollision mit einem Fahrzeug aus. Die UDV empfiehlt daher das Tragen von Fahrradhelmen. Die Fahrversuche hingegen zeigten, dass der Segway prinzipiell unproblematisch in seiner Handhabung ist. Allerdings gibt es Situationen, wie plötzliches Ausweichen und Bremsen, die nur durch spezielles, ausfĂŒhrliches Training gemeistert werden können.
Rechts- und Zulassungsfragen
Aufgrund der vielen Neuheitsmerkmale des Segway PT (zweirÀdriges, aber mehrspuriges Motorfahrzeug, keine mechanische Bremse, kein Sitz, elektronisch geregelte Lenkung und StabilitÀt) ist seine verkehrsrechtliche Zulassung anhand herkömmlicher Vorschriften meist nicht zu erreichen. Um den Fahrzeugeigenschaften gerecht zu werden und den Betrieb zu ermöglichen, schuf der Gesetzgeber in den USA eine eigene Fahrzeugklasse (EPAMD = Electric Personal Assistive Mobility Device).
Eine entsprechende europaweite Regelung hat die EU-Kommission mit der BegrĂŒndung abgelehnt, der Segway sei kein StraĂenfahrzeug und gehöre deshalb nicht zum Regelungsbereich der EU.cite-ref-20[20] Dies steht im Widerspruch zur EU-Richtlinie 2002/24/EU,cite-ref-21[21] wonach alle Elektrofahrzeuge mit mehr als 0,25 kW Leistung als Kraftfahrzeuge gelten und dem EU-Typgenehmigungsverfahren unterliegen.
Situation in Deutschland
Seit dem 15. Juni 2019 ist der Segway i2 (SE) ein Elektrokleinstfahrzeug nach der Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV). Er darf damit ab 14 Jahren und ohne Helm und ohne FĂŒhrerschein oder sonstigen BefĂ€higungsnachweis im StraĂenverkehr gefahren werden.cite-ref-22[22] Ein Versicherungskennzeichen bzw. eine gĂŒltige Versicherungsplakette ist erforderlich.cite-ref-23[23]
Die Segway-Modelle XT, x2 und Golf (SE) sind breiter als 70 cm und damit kein Elektrokleinstfahrzeugcite-ref-24[24]. Diese Modelle mit bereits erteilter Sonder-/Einzelzulassung sowie alle auf dem Segway PT basierenden RollstĂŒhle behalten weiterhin das blecherne Mofa-Versicherungskennzeichen und sind erst ab 15 Jahren und mit einer Mofa-PrĂŒfbescheinigung nutzbar.
Historische Entwicklung
Das Segway-Fahren auf öffentlichem Grund war zunĂ€chst verboten, weil eine verkehrsrechtliche Zulassung fehlte. Dies stand den Zielen der Bundesregierung entgegen, (Elektro-)MobilitĂ€t, Innovation und Umweltschutz zu fördern. Die ersten Segway-Genehmigungen wurden im Juni 2006 in Hamburg fĂŒr die DurchfĂŒhrung von Stadtrundfahrten erteilt und ab April 2007 im Saarland fĂŒr private Segway-Besitzer. Nach und nach folgten weitere BundeslĂ€nder und gestatteten die lokale Nutzung mit unterschiedlichen und teilweise widersprĂŒchlichen Ausnahmegenehmigungen. Im Dezember 2007 forderte der Bundesrat die Bundesregierung auf, eine bundeseinheitliche Regelung zu treffen.cite-ref-25[25]
Seit dem 25. Juli 2009 erlaubte die âVerordnung ĂŒber die Teilnahme elektronischer MobilitĂ€tshilfen am Verkehrâ (MobHV) die Segway-Nutzung in Deutschland.cite-ref-26[26] Solange das Typgenehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen ist, wurde den Fahrzeugen nach technischer EinzelprĂŒfung (Bremswirkung, Licht, Glocke) eine Einzelbetriebserlaubnis erteilt.cite-ref-27[27] Wer sie im StraĂenverkehr fĂŒhren wollte, benötigte mindestens eine PrĂŒfbescheinigung zum FĂŒhren von Mofas.cite-ref-28[28] Die MobHV wurde am 15. Juni 2019 durch die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung ersetzt.cite-ref-29[29]
Situation in Ăsterreich
Im April 2004 stellte das Unternehmen, vertreten durch dessen Europadirektor fĂŒr rechtliche Angelegenheiten (âDirector Regulatory Affairs, Europeâ), Nicola Dallatana, eine schriftliche Anfrage an das österreichische Bundesministerium fĂŒr Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) und prĂ€sentierte in persönlicher Vorsprache das Fahrzeug Segway. Im Juni 2004 antwortete die zustĂ€ndige Mitarbeiterin des Ministeriums, Ingrid Holzerbauer-Högler, schriftlich unter dem Betreff âSegway; rechtliche Qualifikationâ, mit dem Ergebnis, âdass dieses Fahrzeug aufgrund § 2 Abs. 1 Z 22 lit. d der StraĂenverkehrsordnung iVm § 1 Abs. 2a Kraftfahrgesetz als Fahrrad zu qualifizieren ist.âcite-ref-bmvit-31-0[31]
In Ăsterreich unterliegen FahrrĂ€der, und damit auch ElektrofahrrĂ€der, nach § 1 Abs. 2a KFG nicht dem Kraftfahrzeugrecht,cite-ref-32[32] sie sind deshalb weder genehmigungspflichtig noch benötigen sie eine Betriebsgenehmigung. Dagegen gelten die AusrĂŒstungsvorschriften fĂŒr FahrrĂ€der, also die österreichische Fahrradverordnung. Segways mĂŒssen daher fĂŒr den Betrieb auf StraĂen mit öffentlichem Verkehr mit akustischer Einrichtung (Glocke, Hupe oder dergleichen), RĂŒckstrahleinrichtungen, sowie bei Nacht oder wenn es die LichtverhĂ€ltnisse erfordern, mit Scheinwerfer und RĂŒcklicht ausgestattet sein.
Da ein Fahrrad ein Fahrzeug ist, ist auf StraĂen mit öffentlichem Verkehr auch mit dem Segway auf der Fahrbahn zu fahren (§ 2 Abs. 1 Z 2 StVO), Gehwege und Gehsteige dĂŒrfen nur zum Ăberqueren derselben auf den dafĂŒr vorgesehenen Stellen befahren werden (§ 8 Abs. 4 StVO). Ansonsten gelten die fahrradrechtlichen Bestimmungen der StVO wie fĂŒr mehrspurige FahrrĂ€der, insbesondere, wonach bei Vorhandensein von Radfahranlagen diese mit allen Modellen benĂŒtzt werden dĂŒrfen, da sie schmĂ€ler als 100 cm sind (§ 68 âVerhalten der Radfahrerâ).
WohnstraĂen dĂŒrfen, wie mit jedem Fahrrad, gegen die Einbahn (§ 76b StVO), sonstige Einbahnen gegen die vorgeschriebene Fahrtrichtung (§ 7 Abs. 5) und FuĂgĂ€ngerzonen (§ 76a StVO) jedoch nur bei Ausnahmen fĂŒr den Fahrradverkehr befahren werden. Da ein âSchutzweg ein durch gleichmĂ€Ăige LĂ€ngsstreifen (sogenannte âZebrastreifenâ) gekennzeichneter, fĂŒr die Ăberquerung der Fahrbahn durch FuĂgĂ€nger bestimmter Fahrbahnteilâ ist (§ 2 Abs. 1 Z 12 StVO), darf ein solcher zur Querung der Fahrbahn, wie mit jedem anderen Fahrzeug auch, mit dem Segway nicht befahren werden.
DarĂŒber hinaus gelten wie fĂŒr jedes andere Fahrrad auch die Altersgrenzen nach § 65 StVO âBenĂŒtzung von FahrrĂ€dernâ. Entsprechend darf ein Segway ab 12 Jahren gefahren werden, bei Erwerb eines FahrradfĂŒhrerscheins schon ab 10 Jahren.
Wer ein Fahrrad schiebt, gilt nach § 65 Abs. 1 StVO nicht als Radfahrer. Nach Rechtslehre und Judikatur sind in diesem Fall die Bestimmungen fĂŒr FuĂgĂ€nger anzuwenden und insbesondere das Fahrrad auf dem Gehweg/Gehsteig zu schieben. Das gilt daher auch fĂŒr das Schieben eines Segway, wenn dieser wegen eines leeren Akkus oder wegen eines technischen Defekts geschoben werden muss.
Situation im sonstigen Europa
Die meisten europĂ€ischen LĂ€nder erlauben oder dulden inzwischen die Nutzung des Segway PT. Auch in Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland, Tschechien, Ungarn, den Niederlanden, Belgien, Portugal, der Schweizcite-ref-33[33] und in den baltischen LĂ€ndern wird der Segway PT offiziell befĂŒrwortet â mit Ausnahmen von einigen StĂ€dten, wie zum Beispiel des Zentrums von Prag, wo das Segwayfahren seit 2016 verboten ist.cite-ref-34[34]
Praxiseinsatz und Sonderanwendungen
In seiner hauptsĂ€chlichen Anwendung, dem innerstĂ€dtischen Nahverkehr (z. B. fĂŒr Besorgungen und Pendler), hat sich der Segway PT nicht als Massenverkehrsmittel durchgesetzt. Besser konnte er sich in einer Reihe von NischenmĂ€rkten etablieren, wie z. B.:
Patrouillenfahrzeug
Polizeidienststellen, Sicherheitsfirmen und Wachdienste setzen den Segway PT als Patrouillenfahrzeug ein. Auch von Rettungsdiensten werden sie vor allem bei GroĂveranstaltungen eingesetzt.cite-ref-35[35]
Behindertenfahrzeug
Segway PTs können bei körperlichen EinschrÀnkungen z. B. durch die Anfangsstadien von Multipler Sklerose oder Parkinson benutzt werden.cite-ref-36[36]
Golf Kart
Das Sondermodell âx2 Golfâ bewegt den Golfer und seine AusrĂŒstung mit rasenschonenden Niederdruckreifen ĂŒber den Golfplatz.
Funsport
Als Segway-Mannschaftssport hat sich Segwaypolo etabliert. Apple-MitbegrĂŒnder Steve Wozniak war prominenter Spieler in der Mannschaft âSilicon Valley Aftershocksâ. Der âWoz challenge cupâ, die WM im Segwaypolo, wurde 2009 in Köln und 2010 auf der Karibikinsel Barbados gespielt.
Roboterplattform
Der Segway RMPcite-ref-37[37] wird als Basis fĂŒr autonome mobile Roboter eingesetzt.
StadtfĂŒhrungen
Betriebsausflug
Segwayparcours werden fĂŒr die Teamentwicklung und Motivation bei BetriebsausflĂŒgen eingesetzt.
Trivia
⹠In der US-amerikanischen Filmkomödie Der Kaufhaus Cop nutzt das Sicherheitspersonal Segways zur Fortbewegung in einem Einkaufszentrum.
âą Im von Jim Bonaci entwickelten Browsergame Happy Wheels kann man in die Rolle des Segway Guy schlĂŒpfen, mit diesem auf einem Segway fahren und Aufgaben erledigen.
âą Weltweit berichtet wurde 2003 ein Sturz von George W. Bush; Bush wurde nicht verletzt.cite-ref-40[40]
âą Im Dezember 2009 ĂŒbernahm Jimi Heselden das Unternehmen Segway Inc., das bis 15. Juli 2020 den Segway produzierte.cite-ref-41[41] Mit einem solchen Stehroller verunglĂŒckte er am 26. September 2010 im Alter von 62 Jahren tödlich, als er eine Klippe hinabstĂŒrzte.cite-ref-42[42]cite-ref-43[43]
Ăhnliche Fahrzeuge
Literatur
âą Steve Kemper: Reinventing the Wheel: A Story of Genius, Innovation, and Grand Ambition. HarperBusiness, 2005, ISBN 0-06-076138-5.
âą KĂŒhn, Grabolle: Bewertung der Sicherheitseigenschaften des Segway. In: Verkehrsunfall und Fahrzeugtechnik. Nr. 02, 2009.
Weblinks
Commons
: Segways
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Literatur von und ĂŒber Segway Personal Transporter im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
⹠Eigene WebprÀsenz
âą Segway-Einsatz â Die ungewöhnlichen Hightech-Cops, Spiegel Online, 22. Juli 2007
âą Ich geh' dann mal rollen, SĂŒddeutsche Zeitung, 22. August 2008
âą Segway im Crashtest â Gefahrenpotenzial Elektroroller, Spiegel-Online-Video, 2008
âą â10mphâ, Dokumentation ĂŒber zwei US-Amerikaner, die mit dem Segway einmal quer durch die USA reisen (von Seattle nach Boston)
âą Crashtest-Videos der Unfallforschung der Versicherer
Einzelnachweise
cite-note-11. â John Schwartz: On the Pavement, A New Contender. In: The New York Times. 23. Januar 2003, S. 1. âSegwayâ ist eine eingetragene Marke von Segway Inc.
cite-note-22. â Rheinische Post vom 24. Juni 2020: Segway stellt Produktion von E-Zweirad ein, abgerufen am 25. Juni 2020.
cite-note-33. â spiegel.de: Stehend k.o.
cite-note-41. The Role of the Segway PT in Emissions Reduction and Energy Efficiency (PDF; 76 kB).
cite-note-52. Klimaschutz: Deutsche Autos mĂŒssen abspecken. Bund fĂŒr Umwelt und Naturschutz (BUND) e. V., archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 9. Mai 2008; abgerufen am 27. September 2010.
cite-note-63. Segway FAQ. General Segway PT Questions. Archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 15. Mai 2014; abgerufen am 27. September 2010 (englisch).
cite-note-77. â Vortrag von Dean Kamen auf der TED-Konferenz im Februar 2002 (Video, englisch)
cite-note-88. â segue | Origin and meaning of segue by Online Etymology Dictionary. Abgerufen am 25. Juni 2021 (englisch).
cite-note-99. â Christian Dorn: Das Entwicklungs- und Substitutionspotenzial des Segway Personal Transporters mit Schwerpunkt auf dem innerbetrieblichen Transport von Waren. diplom.de, 2010, ISBN 978-3-8366-4953-7, S. 10 (google.de [abgerufen am 25. Juni 2021]).
cite-note-1010. â Verkaufsentwicklung anhand der Serien-Nummern (englisch) (Memento vom 11. Oktober 2009 im Internet Archive)
cite-note-1111. â Segway im Crashtest: Gefahrenpotenzial Elektroroller. In: Der Spiegel. 13. August 2008 (spiegel.de [abgerufen am 23. Februar 2022]).
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